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Bahara Taheri hat für uns nachgefragt, was es bedeutet sich fremd in Deutschland zu fühlen. In diesem Interview spricht sie mit Elham Mohamed, einer 23-jährigen Studentin, deren Eltern aus Afghanistan stammen, die aber in Deutschland geboren und aufgewachsen ist.

Fühlst du dich fremd in Deutschland?

Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich bin also eine Deutsche mit Migrationshintergrund. Ich habe mich hier nie fremdgefühlt, im Gegenteil: Deutschland ist meine Heimat.

Das Heimatland meiner Eltern kenne ich eigentlich nicht. Afghanistan habe ich noch nie gesehen, sondern kenne es nur aus Erzählungen. Aber seit einiger Zeit habe ich das Gefühl mich bald fremd zu fühlen.

Warum?

Seitdem in den Medien der Islam immer häufiger mit Terror assoziiert wird und täglich auffällige Schlagzeilen viele Mitbürger erschrecken, habe ich das Gefühl, dass vielleicht eine Distanz zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen entsteht. Dann würde ich mich bald in Deutschland fremd fühlen, was ich natürlich nicht hoffe.

Kann man was dagegen tun? Was sollte man deiner Meinung nach machen, damit sich niemand hier fremd fühlt?

Meiner Meinung nach sollte man miteinander sprechen. Man darf nicht alles glauben, was die Medien einem zeigen. Die Realität ist immer anders. Man soll aufgeklärt werden. Wir sollten Dialoge führen und die Fragen und Sorgen der anderer Menschen beantworten, damit es keine Angst und Zweifel mehr gibt, sondern Liebe und Zusammenhalt.

Bist du optimistisch, dass das auch passiert?

Ja ich bin optimistisch. Ich habe Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Ich glaube daran, dass die Liebe stärker ist als Hass.

Interview Bahara Taheri.

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